Elternabend des Kölner Jungstammes VII/53
Jungvolk und Jungmädel des Kölner Jungstammes und JM-Rings VII/53 veranstalten Ende Oktober 1938 einen Elternabend, an dem auch Gebietsführer Hohoff teilnimmt. In seinen Abschlussworten hebt Hohoff den neuen Jungentypus hervor, der durch den Nationalsozialismus entstanden sei:
"Obwohl wir erst wenige Jahre nationalsozialistischer Jugendarbeit hinter uns haben, ist doch in dieser kurzen Zeit ein völlig neuer Typ des deutschen Jungen entstanden. Früher wurde der junge Mensch erst mit 21 Jahren erwachsen, heute dagegen trägt der Junge vom zehnten Lebensjahre an das Braunhemd. Wir sagen schon dem Zehnjährigen: Jetzt schon, Junge, sollst du hart sein, jetzt schon selbständig handeln, jetzt schon sollst zu zeigen, dass Treue und Ehre keine leeren Worte für dich sind."
Über das Programm des Abends berichtet der Westdeutsche Beobachter:
"Unter dem Stichwort ‚Wir Jungen‘ ließen die Pimpfe der nördlichen Kölner Altstadt in kleinen Szenen ihr Leben am Zuschauer vorüberziehen, Kämpfe eines frischgebackenen Pimpfen mit einem verständnislosen Vater, Ausschnitte aus Appell und Heimabend, den Streberknaben Theophil und in einer entzückenden Szene sieben alte Weiblein, die sich ihr Mundwerk fusselig redeten über die Verderbtheit der heutigen Jugend, wobei sie jedes Mal in den erbitterten Ruf ausbrachen: ‚Das dulden wir nicht‘, bis schließlich ein kleiner Pimpf mit einem Knallstopfen sie alle in Ohnmacht jagt und über sie zur Tagesordnung übergeht: ‚Und das dulden wir nicht.‘ Bemerkenswert war auch eine Szene ‚Jüdische Sorgen‘. Dazwischen gab es Lieder, Bodenturnen und Rüpeltänze und ein kleines Stegreifspiel der Jungmädel ‚Aschenbrödel‘. Das Auftreten vergangener ‚Jungen’typen, einer Sekundanerkneipe von vorgestern und verkommener Gestalten sogenannter ‚Jugendbewegungen‘ von gestern zeigten noch einmal so recht den Wandel, den unser Idealbild von deutscher Jugend in den letzten Jahren durchmachte."