1562 Sommerlager der HJ
Im Sommer 1938 veranstaltet die HJ insgesamt 1562 Sommerlager, davon BDM und JM 1002 Lager. Durch die neue gesetzliche Urlaubsregelung, durch die Jugendliche, die in Fabriken und Büros arbeiten, "Lagerurlaub" bekommen können, ist die Teilnehmerzahl stark angewachsen. Sie sei nun, so der Westdeutsche Beobachter am 22. Juli 1938, ebenso stark vertreten wie die Schuljugend. Nach der letzten Erheben aus dem Jahr 1936 waren unter den Lagerteilnehmern noch 34,7 Prozent Schüler, 22,4 Prozent Handwerker und 21,4 Prozent Jungarbeiter. Für 1938 wird konstatiert, dass es kaum mehr einen Hitlerjungen oder "Pimpf" gebe, der nicht mindestens zwei Wochen in jedem Jahr in einem Lager verbringe.
Im Lager, so der WB weiter, habe die HJ ihre "wirksamste Erziehungsform" gewonnen: "Die Freizeit, der Dienst in fröhlicher Lagerkameradschaft draußen in der freien Natur ist das Mittel, das der Erholung und Ertüchtigung der Jugend am besten dient." Geplant ist, Lager und Fahrt zukünftig stärker zu verbinden, indem die Lager zum Ziel oder Ausgangspunkt für große Fahrten gemacht werden.
Als besonders deutliches Zeichen für den Erziehungserfolg auf Lagern werden die Lager der Sonderformationen genannt, auf denen die Jungen für verschiedene Prüfungen trainieren können. Zudem würden in allen Lagern besonders viele Leistungsabzeichen erworben.
Hervorgehoben wird die gute gesundheitliche Betreuung auf den Lagern sowie auch die gute Vorbereitung der Großfahrten.
Als beliebtestes Fahrtenziel werden laut dem Amt für Fahrten und Wandern der RJF Schleswig-Holstein und Ostpreußen genannt. In Schleswig-Holstein gehen 22.000 Hitlerjungen auf Fahrt, in Ostpreußen 1700. Schlesien und Ostfriesland werden von jeweils 11.000 Jungen durchwandert, die Ostmark, die "andernfalls die übrigen weit überboten hätte" musste auf 4000 beschränkt werden, da das Jugendherbergsnetz dort noch nicht so gut ausgebaut ist und keine ausreichende Anzahl von Bergführern zur Verfügung steht.