Sport als "Schmiede des Willens"
Anlässlich des bevorstehenden Gebiets- und Obergausportfestes der mittelrheinischen HJ erscheint am 28. Juni 1938 im Westdeutschen Beobachter ein Artikel, der unter der Überschrift "Die Schmiede des Willens" die Ziele des HJ-Sport aufzeigt. Darin wird konstatiert, dass es falsch sei, den Sport nur als "billige, natürliche Art Medizin" zu sehen. Vielmehr würde er gerade junge Menschen lehren, "selbstsüchtige Wünsche und Bequemlichkeiten für ein höheres Ziel zu opfern". So werde der "bewusste Einsatz des Willens" notwendig.
"Der Wille muss dem Körper befehlen, auch in müden Stunden durchzuhalten. Der Geist muss willig und fähig sein, sich auch durch Niederlagen nicht klein kriegen zu lassen. Und Wille gehört auch zur Unterordnung in die Kameradschaft, wo jedes Glied der Mannschaft an dem ihm zugewiesenen Platz eine Pflicht zu erfüllen hat. Wille schließlich gehört zum festen Training, zur ständigen Steigerung der Leistung und zum Sieg."
Der junge Mensch lerne, den "inneren Schweinehund" zu überwinden nicht deshalb, weil jemand mit dem Zeigefinger drohe, sondern weil er es "sich selbst schuldig" sei, durchzuhalten. "So findet er in der Härte den Sieg. Der Sport aber wird ihm zu einer Schmiede des Willens."