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Ereignisse
1938
Juni

Reichseinheitliche Grundsteinlegung von HJ-Heimen

Am 12. Juni 1938 werden reichsweit Grundsteine für HJ-Heime gelegt, darunter auch im Gebiet Mittelrhein. Die zentrale Feier findet in Schlochau unter Teilnahme von Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Reichsinnenminister Frick statt und wird in Rundfunk übertragen.

Insgesamt werden an dem Tag die Grundsteine zu 578 HJ-Heimen gelegt. Der Reichs-Jugend-Pressedienst charakterisiert den Tag als Zeichen für den "Friedenswillen" der HJ. Die deutsche Jugend baue ihre Heime als "Hort des Friedens an den Grenzen". Hier wachse eine Kameradschaft und forme sich zu einer großen Gemeinschaft des Volkes. Hier seien keine "Maschinengewehrnester" und keine Tankstellen, sondern die Heime dienten der Bestimmung, die "Grenzlandjugend" aufzunehmen, damit sie in ihrem wöchentlichen, freiwilligen Dienst zu Nationalsozialisten erzogen werden könnten.

Die Grundsteinlegung wird am Fuß der Ruinen der alten Ordensritterburg von Schlochau vollzogen. 8000 Angehörige von HJ und BDM aus Kurland sind zu dem Anlass angetreten.

Der Leiter des Heimbeschaffungsausschusses der RJF, Hauptbannführer Möckel, meldet Reichsjugendführer Baldur von Schirach, dass gegenwärtig 578 Heime der HJ im Reich zur Grundsteinlegung bereit seien, davon 38 in Ostpreußen, 32 in der Kurmark, 96 in Schlesien und 28 in Pommern.

In seiner darauf folgenden Rede unterstreicht Schirach die Unterstützung Hitlers für die Heimbauaktion der HJ. Dieser habe die Arbeit nicht nur finanziell unterstützt, sondern sich auch mit den Plänen und Modellen beschäftigt, die ihm vom Heimbeschaffungsausschuss vorgelegt worden seien. Daher könne die HJ mit Stolz sagen: "Auch die Heime der Hitler-Jugend sind Bauten Adolf Hitlers."

Anschließend ergreift Innenminister Frick das Wort und hebt dabei die Bedeutung des HJ-Gesetzes vom 1. Dezember 1936 hervor. Die Aufgabe der HJ könne jedoch nur dann in vollem Umfang erfüllt werden, wenn ihr in allen Gemeinden "gesunde und würdige Heime" zur Verfügung ständen, in denen der "Geist des Dritten Reiches" gepflegt werde und die zugleich "diesen Geist der Gemeinschaft, der Wehrhaftigkeit und der Pflichterfüllung innerlich und äußerlich verkörpern".

Hitler habe als "oberster Schirmherr der deutschen Jugend" im Januar 1937 einen Aufruf zur Errichtung von HJ-Heimen erlassen, und dieser Ruf sei von den Gemeinden "freudig aufgenommen" worden. "Die Heime der Hitler-Jugend werden die Stätten sein, in denen die nationalsozialistische Weltanschauung als die Lebensart des deutschen Volkes für alle Zeiten gehegt und dem nächsten Geschlecht als das Unterpfand der Einheit, Größe und Macht unsers Volkes vererbt wird."

Dann ruft er alle "Gemeinden Groß-Deutschlands" dazu auf, "mit echt nationalsozialistischer Tatkraft daran zu gehen", Heime zu errichten, sobald sie dazu finanziell in der Lage sind.

Zum Schluss unterstreicht Frick die Bedeutung der Heime an der deutschen Ostgrenze, an der in nächster Zeit 200 neue Heime entstehen sollen. "Gerade im Osten werden und müssen die Bauten der deutschen Jugend Vorbilder des deutschen Wesens sein und Zeugnis dafür ablegen, wie fest verwurzelt in diesem Boden die deutsche Jugend steht und wie sehr sie bereit ist, in Treue zu Volk und Führer, zu Heimat und Vaterland ihre Erziehung in ihre eigenen Hände zu nehmen, um dereinst ihre Pflicht der Gemeinschaft gegenüber erfüllen zu können."

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