Reichsführerlager der HJ in Weimar
Am 24. Mai 1938 wird in Weimar das Reichsführerlager der HJ durch den Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, eröffnet. Schirach betont in seiner Eröffnungsrede die Notwendigkeit, dass alle Erziehungsträger von dem „gleichen Ideal“ erfüllt seien. Bereits heute gebe es mehr als 10.000 HJ-Führer, die gleichzeitig Lehrer seien. Zwischen beiden Berufen bestehe kein großer Unterschied, beide müssten von "Leidenschaft und Begeisterung des wahren Erziehers" erfüllt sein. Diese "körper- und geistesgestählten" Menschen seien keine "Schulmeister, sondern Meister des Lebens".
Zum "Geist des Führerkorps" der HJ übergehend stellt Schirach anschließend als entscheidende Frage der HJ-Erziehung heraus, ob es gelinge, einen Stand zu begründen, "der als erzieherische Elite unseres Volkes jeden einzelnen, der ihm angehört, typenmäßig derart form und ausprägt, dass der Begriff Jugendführer in unserem ganzen Volke und darüber hinaus in der Welt eine bestimmte innere Auffassung und äußere Haltung kennzeichnet".
Daher müssten die Menschen, die sich in Weimar träfen, auch in ihrem äußeren Bild eine "seelische Geschlossenheit" offenbaren, das man "zugleich als ein Gleichnis des Glaubens und als einen Orden der Ordnung" empfinde. Niemals dürfe das Lager zu einer "bürgerlichen Gewohnheit" werden, eine "Wiedersehensfeier der zufriedenen und routinierten Erziehungstechniker, die die Probleme mit kalten, aber hohlen Köpfen alljährlich hier erörtern wollen". "Seid immerhin mit anderen zufrieden, aber niemals mit euch selbst!"