Führerschulung im Jungvolk
Wohl nicht zuletzt um Vertrauen bei den Eltern von Jungvolkjungen zu gewinnen, veröffentlicht der Westdeutsche Beobachter am 16. März 1938 einen Artikel über die Führerschulung im Jungvolk. Hier wird darauf hingewiesen, dass die Führer nicht nur Heimabende, Sport und Fahrten durchführen würden, sondern auch neben dem "Formationsdienst" einen regelmäßigen "Führerdienst" haben, bei dem die Jungen geschult und überprüft würden. Diese Schulungen gingen teils etwa alle zwei Wochen in den Heimen vor sich, teils aber auch am Wochenende.
Eine typische Wochenendschulung, die das Ziel hat, die Jungen in "Weltanschauung und Lebensform" zu unterweisen, unterliegt folgendem Ablauf: Man fährt gemeinsam in eine Jugendherberge, führt dort am Samstag einen Heimabend durch und veranstaltet ein Geländespiel, tritt am Sonntagmorgen zum Frühsport an, führt eine Stude weltanschauliche Schulung durch und wendet sich dann dem Singen, dem Sport oder dem Geländesport zu.
Solche Wochenendschulungen oder auch Führerlager in den Ferien (vor allem in den Osterferien) werden als die "wichtigsten Formen der Führerschulung" bezeichnet. Hinzu trete die "Selbstschulung" der Führer, die angehalten seien, sich mit Büchern aus den Volksbüchereien oder den Fahrtenbüchereien entsprechend fortzubilden.