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Ereignisse
1938
März

Propagandaaktion für HJ-Heimbeschaffung

Reichsjugendführer Baldur von Schirach eröffnet am 2. März 1938 in der Berliner Krolloper die Propagandaaktion für die HJ-Heimbeschaffung 1938. Vor hohen Vertretern aus Staat und Partei verweist er darauf, dass Hitler kürzlich die Heimbeschaffung als eine der großen erzieherischen Aufgaben der Nation gekennzeichnet habe. Dann spricht er über die "architektonischen und erzieherischen Grundsätze" des HJ-Heimbaus. Dies sei, so der Kommentar des Westdeutschen Beobachters, ein "eindrucksvolles Bekenntnis der Jugend des Dritten Reiches zur nationalsozialistischen Baugesinnung, die in den Monumentalbauten des Führers zum Ausdruck kommt und die nun auch in den Heimbauten der Hitler-Jugend verwirklicht werden soll".

In Vertretung von Innenminister Frick verspricht Ministerialdirektor Dr. Surén die Unterstützung der HJ durch Partei, Staat und Gemeinden. Er kündigt an, dass Frick in den nächsten Tagen einen Gesetzentwurf vorliegen werde, durch den die Errichtung und Unterhaltung der Heime grundsätzlich den Gemeinden zugewiesen werde. Darin würden auch die Landkreise einbezogen, da der Errichtung von Heimen gerade in den kleinen Gemeinden auf dem Lande eine besondere Bedeutung zukomme.

Im Anschluss spricht Schirach über den Sinn der Heimbauten und teilt mit, dass als Ergebnis der vorjährigen Arbeit des Heimbeschaffungsausschusses der RJF derzeit 1400 Heime im Bau und viele Hunderte in Planung seien.

Dabei gebe es keine "Einheitsheime" als "Patentlösung", denn der Ausschuss arbeite mit 850 Architekten zusammen, die er mit den "Aufgaben der HJ-Heime in architektonischer und künstlerischer Hinsicht vertraut gemacht" habe.

Für die Sicherung des Nachwuchses auf architektonischem und technischem Gebiet kündigt Schirach Maßnahmen an, um entsprechend begabte Jugendliche in diese Berufe zu lenken.

Nach der Rede des Reichsjugendführers besichtigen die Gäste den Propagandazug der RJF, "Schafft Heime", der als Wanderausstellung durch das Reich fahren soll. Im Filmraum des Zuges findet abschließend die Uraufführung des Werbefilms "Ein Volk baut in die Zukunft" statt.

Begleitend zu der Veranstaltung wird in der Krolloper eine Ausstellung mit Modellen von HJ-Heimen gezeigt. Hier werde Beweis geführt, so der Westdeutsche Beobachter, dass es den beauftragen Architekten gelungen sei, Bauten zu schaffen, "die den Geist ihrer Umgebung atmen und in ihrem äußeren Bild eine neue Eigenart verraten".

Entsprechend würden auch Materialien Verwendung finden, die in den jeweiligen Landschaften zu finden sind.

In den Heimen, die vom Reichs-Jugend-Pressedienst als "Burgen des Friedens" bezeichnet werden, könnte die HJ ihre Kräfte sammeln, die sie brauche, "um in der Zukunft unser politisches und kulturelles Leben zu gestalten".

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