Arbeitspläne des Gebietes Mittelrhein für 1938
Im Westdeutschen Beobachter werden am 20. Januar 1938 die wichtigsten Arbeitsbereiche vorgestellt, die das Gebiet Mittelrhein für 1938 plant.
Einen wichtigen Bereich soll die Auslandsarbeit einnehmen. Das Jahr 1938 wurde von Baldur von Schirach zum "Jahr der Verständigung" ausgerufen, und in der Folge möchte das Gebiet seine Auslandsarbeit erweitern. Gab es 1937 bereits reichsweit 200.000 ausländische Besucher bei der HJ, soll die Zahl noch gesteigert werden.
Von Januar bis April soll der Schwerpunkt der Arbeit jedoch zunächst in den Bereichen Heimabend, Sportdienst, Wochenendführerdienst und Vorbereitung von Lager und Fahrt liegen. Zudem sollen die Einheiten eine für das ganze Gebiet gültige "Inspektionsaufgabe" erhalben, die als Grundforderung für alle Gefolgschaften und Fähnlein gilt. Zur Förderung der "Kleinarbeit" in den unteren Einheiten sind Inspektionen des Dienstes eingeführt worden.
Statt der bisherigen jährlichen Führertagungen soll im Mai 1938 erstmals ein dreitägiges Führerlager in Aachen stattfinden.
Im Sommer sollen wieder die Zeltlager der Banne und Jungbanne durchgeführt werden, zudem wiederum ein Gebietszeltlager in Nideggen. Auch Großfahrten stehen wieder auf dem Programm.
Gebietsführer Hohoff wirbt am 24. Januar 1938 um Verständnis für die vielfältige Arbeit der HJ, die offenbar häufig als etwas übertrieben und zu temporeich angesehen wird, und fordert von jedem einzelnen HJ-Mitglied vollen Einsatz: "Halte dem Führer die Treue, indem du deiner Formation, deiner Schar und deinem Fähnlein treu bist. Sei fanatisch, indem du niemals annimmst, genug getan, geleistet und geopfert zu haben, denn niemand kann sich von der sich täglich erneuernden Pflicht loskaufen. Sieh in der immer mehr wachsenden Füller kleiner und stiller Taten nationalsozialistischer Bewährung allein das Recht zum Bekenntnis im Großen, und auch hierin allein den Weg deines jungen Lebens in das neue Reich!"
Die Arbeitspläne werden von Gebietsführer Hohoff auf der ersten Arbeitstagung des Gebietes im Haus der Gauleitung in Köln bekanntgegeben.
Von Januar bis März soll der Arbeitsschwerpunkt auf der "Kleinarbeit" der Formationen liegen. Dabei wird eine besondere Inspektion durch Mitglieder der Gebietsführung und der Bannführungen durchgeführt. Zudem wird in allen Scharen und Jungzügen bis zum 1. März eine Leistungskartei über jeden Angehörigen von HJ und Jungvolk angelegt.
Weitere Schwerpunkte sind die Aufnahme des Jahrgangs 1927/28 ins Jungvolk und das große Führerlager in Aachen vom 12. bis 14. Juli 1938.