Zeitgleich mit der Grundsteinlegung in Waldbröl werden die Grundsteine für neun weitere AHS gelegt und zwar in Koblenz (Gau Koblenz-Trier), Landstuhl (Gau Saarpfalz), Mittenwald (Gau München-Oberbayern), Heidelberg (Gau Franken), Weimar (Gau Thüringen), Schneckengrün bei Plauen (Gau Sachsen), Potsdam (Gau Kurmark), Heiligendamm (Gau Mecklenburg) und Tilsit (Gau Ostpreußen). Der Festakt in Waldbröl mit Robert Ley und Baldur von Schirach wird von allen deutschen Sendern übertragen.
Anlässlich der Grundsteinlegung ist der Weg nach Waldbröl beflaggt und mit Ehrenpforten versehen. Die Bevölkerung nimmt starken Anteil an der Veranstaltung und säumt die Straßen, durch die die zahlreichen Formationen mit insgesamt 5540 Teilnehmern ziehen. An dem Festakt selbst nehmen darüber hinaus viele Ehrengäste aus Partei, Wehrmacht, Staat und diversen Parteigliederung teil.
In seiner Ansprache betont Baldur von Schirach, dass die "Bewegung" mit der Grundsteinlegung der AHS nicht zur den Grundstein zu neuen Bauten, sondern zu einem "System der nationalsozialistischen Erziehung" lege. Als Besonderheit der AHS stellt er heraus, dass es dort zwischen Lehrern und Schülern keinen anderen Unterschied gebe als den der "natürlichen Autorität". Diese könne man "weder durch Examina noch durch Gebet erhalten".
Die Fähigkeit, andere zu führen, könne nicht angeschult werden. Daher erteilt Schirach auch der reinen Wissensvermittlung eine Absage:
"Die Entscheidung, die wir in diesem Wendepunkt der Erziehung zu erfüllen haben, ist die Entscheidung zwischen der Seele und dem kalten Intellekt. [...] Die Vergötzung des Geistes, wie sie Jahrzehnte hindurch in unserem Volk betrieben wurde, führte zur Zerstörung der naturgegebenen Ordnung. Der Weg des geistigen Menschen jener Zeit ging durch das Tor, über dem 'Wissen ist Macht' geschrieben stand, in ein Land der Verneinung. Dem intellekturellen Dünkel galt der Geist mehr als Volk, Fahne und Vaterland.
Wir Nationalsozialisten leugnen nicht die Macht des Wissens, aber wir dienen ihr nicht, sondern wir befehlen ihr. Was die Jugend auf unseren Schulen lernt, das soll sie nicht zu Zweiflern und damit zu Schwächlingen mache, die vor jede gute Tat die feige Frage nach ihrer Rentabilität setzen. [...] Die Waffen des Intellekts werden dieser Generation gegeben, und zwar die stärksten und härtesten, aber sie sollen nicht um ihrer selbst willen zu einem törichten und verderblichen Scheingefecht untereinander gebraucht werden, sondern einer höheren Idee dienen, so wie wir heute alles, was Deutschland an geistiger Kraft hat, in den Dienst eines guten Glaubens stellen, der uns glücklich macht."
Anschließend hebt Robert Ley in seiner Ansprache die Bedeutung der HJ als Organisation hervor, die die jungen Menschen "durch die harte Schule des Lebensmutes, der Tapferkeit und Einsatzbereitschaft" forme. Aus dieser Jugend komme die Auslese für die AHS, und es komme der Tag, an dem das ganze System der Schulung der Jugend vollendet sein werde.
Dann verweist Ley auf seine biografische Anbindung an Waldbröl, wo er seine Jugend verbracht hat. Die Kreisstadt habe sich in der "Kampfzeit" mit ganzer Kraft für das "Werk Adolf Hitlers" eingesetz. Und so werde auch hier eine Kreisburg gebaut, hier und in jedem anderen Kreis.
Anschließend verliest Gauleiter Grohé die Urkunde, die in den Grundstein gelegt wird, und Ley nimmt die Grundsteinlegung vor.