Zunehmende Gefahren in der KLV
Am 25. Juli 1944 schreibt „Schwester Luise“ aus Kaufbeuren im Allgäu:
„Und nun zu den Kinderbriefen. Hoffentlich kommen dieselben noch vor meiner Abreise, welche am 28. sein soll, an. Wenn nicht, lasse ich sie mir nachschicken und mache sie in den Ferien postfertig. In einer Reihe von Klassen habe ich ihn schon vorgelesen. Sie glauben nicht, wie sich die Kinder darauf freuen, ihn selbst in die Hand zu bekommen. Darauf wollen sie natürlich antworten. Die Antworten werde ich nach den Ferien einsammeln. (...)
Halten Sie es für richtig, den Brief in Mengen an die Kinder ins KLV-Lager zu senden? oder wäre es nicht besser, diesen durch die Eltern zu schicken? (...)
Zu Ihrer Orientierung sind jetzt in meiner Religionsstunde in den verschiedenen Schulen insgesamt 337 rhein. Kinder
von verschiedenen Lagern insgesamt 66 „ „
403 „
hinzugekommen 53 bayr. „
50 aus anderen Prov.
506 Kinder (...)
In den letzten Wochen war unser Arbeiten mit viel Schwierigkeiten und Gefahren verbunden. (...)
In den letzten 14 Tagen haben wir täglich unter Fliegeralarmen zu leiden, ja selbst durch direkte Angriffe auf Kempten und nebenbei auf Kaufbeuren. Gottlob sind wir gnädig behütet worden. Den größten Gefahren ist man jetzt unterwegs ausgesetzt, wenn man nicht weiß, dass Alarm ist und plötzlich die Feinde übers Gebirge gekommen sind. Im Tiefflug haben sie in meinem Bezirk bereits an 4 Orten angegriffen, wobei doch eine Reihe von Personen ums Leben gekommen sind.“