Ablehnung der KLV in Bevölkerung
Trotz erhöhter Luftgefahr und der Schließung von 34 Kölner Schulen wegen unzureichender Luftschutzeinrichtungen scheitert die geschlossene Verschickung laut Eintragungen in den Chroniken der Katholischen Volksschule Siegburger Straße und der Katholischen Volksschule Deutz-Mülheimer-Straße in Köln an der unverändert kritischen Haltung der Bevölkerung:
„Am 6. Juni 1944 wurden zahlreiche Kölner Schulen geschlossen. Auch die Schule Gotenring, deren Frequenz inzwischen von 700 Kindern auf 200 abgesunken ist, schließt ihre Pforten. Nur ein kleiner Teil der Schüler wird amtlich verschickt. Sechtzehn Kinder kommen in Privatfamilien nach Wipperfürth. (...) Für die KLV-Verschickung melden sich nur drei Kinder, ein größerer Prozentsatz wird privat verschickt. Der restliche Teil von den 180 Kindern verhält sich abwartend. Eine Unterrichtsmöglichkeit besteht für sie nicht mehr in Köln. Vorab bestehen auch keine Aussichten, dass die einmal geschlossenen Schulen wieder eröffnet werden. Damit bricht das Schuljahr 1943/44 jäh ab. Zeugnisse werden für die zurückbleibenden Kinder nicht zugestellt, ebenso wird eine Versetzung nicht ausgesprochen.“
„Durch die schweren Luftangriffe auf unsere Vaterstadt Köln sah sich die Gauleitung gezwungen, die Schulen, die über einen nicht besonders guten und bombensicheren Luftschutzkeller verfügen, zu schließen. Zu den ersten 34 Kölner Schulen, die damit geschlossen wurden, gehört auch die Schule Ferdinandstraße. Es war geplant, dass alle Kinder evakuiert würden. Da die Aktion aber eine freiwillige für die Eltern blieb, nahmen nicht alle Kinder an der Evakuierung teil. Geplant war a) eine NSV-Verschickung für das 1.-3. Schuljahr nach Bergheim, b) eine KLV-Verschickung der Kinder vom 4.-7- Schuljahr nach Schlesien und eine private Kinderlandverschickung zu Verwandten und Bekannten aufs Land. Ca. 24 Kinder meldeten sich zu Verwandten ab. An der NSV-Verschickung in den Kreis Bergheim beteiligten sich 7 Knaben und 2 Mädchen aus den 3 ersten Schuljahren.“