Schulschließungen und verstärkte KLV-Werbung
Wegen der erhöhten Luftgefahr werden weitere Schulen ohne ausreichende Luftschutzeinrichtungen auf Anordnung der Gauleitung geschlossen. Gleichzeitig wird die Propaganda für die KLV im Zusammenhang mit der Schließung aller Schule ohne durchschlagenden Erfolg intensiviert.
In der der Evangelischen Volksschule Manderscheider Platz in Köln heißt es hierzu:
„Um aber die Kinder vor den gesundheitlichen Schädigungen der nächtlichen Alarme zu schützen, ordnete der Reichsverteidigungskommissar Gauleiter Grohé die Schließung zum 5.6.44 an. Hand in Hand damit ging eine erneute Werbung für die Landverschickung der restlichen Kinder, nach deren Durchführung für den hiesigen Bezirk 26 Jungen und 31 Mädchen verschickungsbereit sind...“
Und in der Chronik der Katholischen Volksschule Rösrather Straße wird ausgeführt:
„Um das Leben der Kinder zu schützen, ihnen und ihrem Unterricht wieder Ruhe und Stetigkeit zu geben, wurden auf Veranlassung des Reichskommissars für die bedrohten Gebiete eine Reihe Kölner Schulen geschlossen, die im Falle eines feindlichen Fliegerangriffs den Kindern nicht genügend Sicherheit bieten können. Die Schulen wurden mit Lehrenden und Kindern in luftsichere Gebiete unseres Vaterlandes evakuiert.(...) Als Aufnahmegebiete kamen für die 10-14-jährigen Kinder KLV-Lager im Sudetenland, für die 6-10-jährigen Unterbringung bei Familien im Oberberg. Kreise in Frage. (...) Als wir nun in der ersten Juniwoche den Entscheid des Reichsverteidigungskommissars bekanntgaben: Die Schule wird am 5.6. geschlossen, es findet danach hier kein Unterricht mehr statt - und die Kinder mit den Informationsschreiben an die Eltern heimschickten, da kamen die Mütter und auch mancher Vater zu uns und gaben Gründe an, um ihr Kind von der Schulverschickung fernzuhalten. Die einen waren krank, die anderen sollten zu Verwandten oder guten Bekannten, wieder andere wollten sich in dieser unruhigen Zeit nicht von den Kindern trennen, obwohl sie einsehen mussten, dass es für diese besser wäre, aus den luftgefährdeten Gebieten herauszukommen. Nur wenige Eltern erklärten sich bereit, ihre Kinder mitzuschicken. (...) In den folgenden Tagen, am 5. u. 6.6. stellten städt. Fürsorgerinnen in Verbindung mit den Lehrenden für alle Schüler = innen Abreisebescheinigungen aus. So wurde den Eltern der Weg zur Bezirksstelle erspart. Vorgesehen war die klassenweise Verschickung der Kinder mit ihren Lehrenden; diese scheiterte wohl meist an der minimalen Beteiligung.(...) Das Gros unserer Schüler blieb zu Hause - unbeschult.“