Ablehnung der KLV in Bevölkerung
Laut Eintrag in der Chronik der Evangelischen Volksschule Vorgebirgsstraße I in Köln vom Mai 1944 verweigert sich die Eltern der Schulkinder der KLV:
„'Ist'-Zahl am 15.5.44: 440, davon ab 124, bleibt ein Rest von 316, die eine Verschickung verweigern. Mit diesen Zahlen steht die Schule Zollstock noch lange nicht an letzter Stelle! Über diese Zahlen ist der Bürgermeiser Niemeyer entrüstet, die einsichtigen Gründe, die in der Ansprache vorgebracht werden, werden zurückgewiesen. Für die Zollstocker Verhältnisse sind drei Gründe ausschlaggebend:
1. Kreis Bergheim ist industriell, dort der gleiche Alarm und Bombenabwurf,
2. Der Bunker Herthastraße bietet für uns und unsere Kinder ausgezeichneten Schutz,
3. der Schulkeller ist von der Polizei als öffentlicher Schutzraum erneut anerkannt und soll im selben Augenblick für die Schulzeit unzureichend sein.
Wenn wir im Bombenhagel in Köln umkommen, wollen wir das als Mütter mit unseren Kindern. Der Staat braucht unsere Kinder nicht zu erziehen, wenn wir nicht mehr sind. Für die Eltern müssen während der Pfingsttage nochmal Sprechstunden abgehalten werden. Beide Pfingsttage stehen unter Alarm und Bombenabwürfen. Pfingstsonntag fallen Bomben auf der Vorgebirgstr. Etwa 80 Eltern kommen noch einmal zur Sprechstunde. Die 'verbesserten' Zahlen sehen so aus: Gesamt amtl. Verschickung: 77, Privatverschickung: 85, verweigert 268, mit ärztl. Attest lagerunfähig: 10, Istzahl: 440.
Also: 1. Meldung gesamt 124
2. Meldung gesamt 162
das bedeutet auf dem Papier eine Steigerung von 38, denn klar war, dass nicht alle Privatverschickungen bereit waren, Köln tatsächlich zu verlassen, wie auch nicht alle zur amtlichen Verschickung Schüler tatsächlich mitfuhren.“
Die Zahlen beziehen sich jeweils auf Volksschule Vorgebirgsstraße.