Schulverlegungen und Lehrerentsendung
Am 23. Mai 1944 findet in Köln eine Besprechung bei Regierungsdirektor Voigt über die Verlegung von Kölner Schulen und die Abordnung von Lehrkräften in das Aufnahmegebiet Sachsen statt.
Zwischen Sachsen und Köln ist die Entsendung von Lehrkräften strittig: Der Regierungspräsident in Sachsen beschwert sich beim Reichserziehungsminister darüber, dass zu wenige Lehrer aus Köln abgeordnet werden, während die Stadt Köln den Standpunkt vertritt, die Kinder könnten in die örtlichen Klassen aufgenommen werden. Bisher wurden nur drei Lehrer verschickt. Regierungsdirektor Voigt schätzt den Bedarf auf 15.
Voigt vermutet, dass die Stadt vorzugsweise kranke Lehrer zur KLV entsendet und die gesunden Kräfte in Köln belässt, um hier den Unterricht aufrechtzuerhalten.
Zur Rolle der Reichsjugendführung bei der KLV heißt es, dass man davon ausgehe, „dass die Reichsjugendführung bestrebt ist, mehr Einfluss auf die Schulen zu gewinnen, und sie benutzt hierzu den Weg über die KLV“.
Vereinbart wird, mit den zwölf zur Verlegung bestimmten Volksschulen 50 Lehrkräfte zu entsenden, sofern die Verlegung im geplanten Umfang stattfinden, was von der Zustimmung der Eltern abhängt.
„Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass ein Vertreter der Schulverwaltung die KLV-Läger in Sachsen besichtigt, um das Heimatgefühl der Kölner Kinder zu stärken." Aus dem gleichen Grund sollen die Leiter der verlegten Schulen die Kinder besuchen. Die Situation der Kinder, die in innerhalb des Gaues Köln-Aachen verschickt werden, soll demnächst im Rahmen von "Dienstbesprechungen beim Regierungspräsidenten" behandelt werden.“