Verstärkte Werbung für KLV
Nach einer Sitzung im Schulamt am 5. Januar 1944 wird die Werbung für die KLV in Köln mit dem Ziel intensiviert, die Eltern von der Notwendigkeit zu überzeugen, ganze Schulen geschlossen zu verschicken. Hierzu heißt es in der Chronik der Volksschule Siegburgerstraße:
„Am 5.1.44 findet auf dem Städt. Schulamt, jetzt Lindenstraße 78, geleitet von dem Dezernenten Bürgermeister Niemeyer, eine Besprechung wegen der Evakuierung einer Reihe von Kölner Schulen statt. Zur Auflockerung der noch dichtbesiedelten Stadtteile sollen Lehrer und Kinder dieser Schulen geschlossen in den Gau Niederschlesien verschickt werden. Die Schulen Gotenring und Deutzer Freiheit gelten als besonders gefährdet wegen ihrer Lage im Brückenkopf Köln mit der Nähe der Bahnhofsanlage. (…)
Am 11.1.44 , morgens 9 Uhr, spricht der Kreisleiter Alfons Schaller vor der versammelten Elternschaft im Zeichensaal der Schule [Katholische Volksschule Siegburgerstraße, Anm. d. Bearb.] über das Thema: Fürsorgliche Maßnahmen zum Schutze der Kinder. Der Vortrag ist recht eindrucksvoll und einleuchtend. Nun liegt die Entscheidung bei den Eltern, da der Gauleiter die Maßnahme auf dem Boden der Freiwilligkeit durchgeführt wissen will. Den Eltern werden durch die Kinder Formulare zur schriftlichen Erklärung vorgelegt. Die Zahl der Einverständniserklärungen ist so gering, dass eine Gesamtevakuierung der Schule in Wegfall kommt. So ist das Ergebnis im ganzen Stadtgebiet verneinend. Damit übernehmen die Eltern selbst die volle Verantwortung für das Schicksal ihrer Kinder.“
In der Chronik der Kölner Katholischen Volksschule Baadenbergerstraße heißt es hierzu:
„Im Januar 1944 wurde erneut von Schule und Partei für die Landverschickung der Schüler nach Niederschlesien geworben; es fanden sich jedoch nur wenige Eltern bereit, ihre Kinder fortzugeben. Die Gründe sind wohl auf das Abflauen der Fliegerangriffe auf Köln, auf das zu weit entfernte Aufnahmegebiet und das zu starke Heimatgefühl der Kölner zurückzuführen. Unsere Schule konnte nur etwa 4 Schüler mitversenden.“