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Ereignisse
1944
September

HJ am Westwall

Am 12. September 1944 berichten die „Kölner Nachrichten“ über einen Besuch bei Hitler-Jungen, die an der Westgrenze zum „Schanzen“ eingesetzt werden. Hohe Motivation und ausgezeichnete Verpflegung sorgen dafür, dass der Schanzeinsatz für die Jungen nach den Worten eines angeblichen Weltkriegsveteranen „die reinste Erholung“ ist!

Für die Sicherheit der Jungen sei „in jeder erdenklichen Weise vorgesorgt.“

Unterstützt würden die Jungen von BDM-Mädeln, die unter Leitung der NSV Küchendienst leisten und beim Waschen und Instandhalten der Kleidung helfen. Untergebracht seien die Mädchen hauptsächlich in Schulen, HJ-oder Altersheimen und Kindergärten. Ihre gesundheitliche Betreuung sei durch Lagerärzte und GD-Mädel gewährleistet.

Am 18. September heißt es an gleicher Stelle zum „Grenzeinsatz“, es seien für den Einsatz der HJ bei den Schanzarbeiten besondere Schutzbestimmungen erlassen worden: Männliche Jugendliche, die zu den Einsätzen herangezogen werden, dürfen nicht jünger als 15 Jahre alt sein, weibliche Jugendliche müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Die Jugendlichen sollen grundsätzlich in Lagern untergebracht werden. „Auf die Leistungsfähigkeit ist Rücksicht zu nehmen. Die Mädel sind nicht zu Erdarbeiten heranzuziehen. Ihr Einsatz hat vorwiegend in Betreuungsaufgaben zu erfolgen.“

Für die gesundheitliche Betreuung ist der zuständige HJ-Gebietsarzt in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht verantwortlich, die Ärzte und Sanitäter bereitstellen soll. Bei der Verpflegung der HJ-Jungen gelten erhöhte Sätze. Für den Verschleiß an Kleidung wird eine Aufwandsentschädigung gewährt.

Der Grenzeinsatz „erfolgt (...) im Rahmen der Jugenddienstpflicht. Er gilt als Kriegseinsatz der Hitler-Jugend. Das bedeutet, dass er als Ehrendienst der deutschen Jugend gewertet wird. Für die der Jugenddienstpflicht noch unterliegenden Angehörigen der HJ, für die älteren Führer als usw., bildet wie für die übrige Bevölkerung die Notdienstverordnung die rechtliche Grundlage des Einsatzes.“

Am 20. September wird auch die Leistung der Mädchen am Westwall gewürdigt: Obwohl der Krieg vor allem die „männlichen Tugenden wie Kampfesbereitschaft und Opfermut“ fordere und damit die nationalsozialistische Erziehung zur „Härte“ bestätigt habe, würden auch die Mädel ihren entscheidenden Beitrag leisten, um das „harte Geschehen unserer Tage“ zu bewältigen, indem sie die zu Schanzarbeiten eingesetzten Hitler-Jungen betreuen.

Der Artikel berichtet vom Besuch in den „Einsatzlagern des Kreises Schleiden“, wo eine „saubere und phrasenlose Kameradschaft“ zwischen den Jungen und Mädchen herrsche.

Neben den Schanzarbeiten würden die Mädchen auch zur Betreuung von Flüchtlingen eingesetzt, die nach ihrer Evakuierung aus den Grenzgebieten u.a. in den Auffangstellen der NSV in Euskirchen versorgt würden.

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