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Ereignisse
1944
September

Guderian an einberufene Hitlerjungen

Am 3. September 1944 druckt der „Völkische Beobachter“ unter der Überschrift „Freiwillige vor!“ Auszüge aus einer Rede von Generalstabschef Heinz Guderian, ie er vor Hitler-Jungen hält, die an der ostpreußischen Grenze zu Schanzarbeiten eingesetzt werden:

„Den Jahrestag des deutschen Freiheitskampfes beging die Hitlerjugend mit einem demonstrativen Bekenntnis zur Kriegsfreiwilligkeit. Frontbewährte und kriegsversehrte Persönlichkeiten sprachen zu den Kriegsfreiwilligen des zur Wehrmacht anstehenden Jahrgangs. An die gesamte deutsche Jugend richtete an diesem Tag der Chef des Generalstabes des Heeres, Generaloberst Guderian, einen soldatischen Appell. Hunderte von Jungen hatten sich an der ostpreußischen Grenze um den bewährten Truppenführer und treuen Mitarbeiter des Führers geschart, ihr Oberkörper braun gebrannt und in ihren jungen Fäusten die Spaten, hinter ihnen die Wälle und Gräben, die sie zum Schutze ihrer Heimat gebaut haben. Reichsjugendführer Axmann begrüßte Generaloberst Guderian, dem Front und Jugend Verehrung und größtes Vertrauen entgegenbringt.

Generaloberst Guderian richtete seinen Appell in ernster Stunde an die deutsche Jugend. Eine gewaltige feindliche Überzahl, so sagte er, habe in mehrjähriger Anstrengung unsere Fronten zurückzudrängen vermocht. Unsere Soldaten seien hart entschlossen, den Feind am Betreten deutschen Bodens zu verhindern. Diese Aufgabe zu lösen, wenn das ganze deutsche Volk zusammenstehe. In herzlichen Worten dankte der Generaloberst den Jungen für ihre vorbildliche Leistung im Schanzeinsatz.

‚Denkt bei jedem Spatenstich daran‘, so sagte er, ‚dass er getan wird für unsere Soldaten, denen ihr einen starken Rückhalt gebt, für unsere Arbeiter, die in der Rüstungsproduktion stehen, für die Bauern und Bäuerinnen, die uns das tägliche Brot liefern müssen; für eure Müttern und Schwestern, nach denen die Hand grausamer Feinde greifen will.‘

Der Generaloberst würdigte sodann die hohe Kampfmoral, die aus dem freiwilligen Dienen erwachse. Die Hitlerjugend habe sich in den vergangenen Kriegsjahren in ständig zunehmender Zahl freiwillig zum Dienst an der Waffe gemeldet und im Kampf an allen Fronten bewährt. Was freiwillige Truppen zu leisten vermögen, zeigte der Generalstabschef des Heeres am Beispiel der SS-Panzer-Division ‚Hitlerjugend‘, die ein Vorbild an Manneszucht, Mut, Einsatzbereitschaft, an gläubiger und froher Kameradschaft abgegeben habe. ‚Diese Division‘, so sagte er, ‚hat die höchste Anerkennung des Führers gefunden. Ihre Freiwilligen aus der Hitlerjugend haben sich überboten im Anstürmen gegen die feindlichen Panzer. Sie haben sich die Faustpatronen gegenseitig aus der Hand gerissen, um als erste den schweren Kampfauftrag zu erfüllen. Weder durch Bombenteppiche noch durch schwere Schiffsartillerie sind sie zu erschüttern gewesen.‘

Generaloberst Guderian berichtete vom Einsatz der Freiwilligen in Divisionen des Heeres, die ihre ganze Kraft einsetzten, um den Ansturm im Osten zu bannen. ‚Ihr glaubt nicht‘, sagte er, ‚wie solche Beispiele echten Soldatentums den Führer erfreuen, wie seine Augen leuchten und seine Stimme warm wird, wenn er von seinen Jungen spricht; wie stolz er darauf ist, dass seine Jugend in diesem Geiste erzogen, sich so hervorragend vor dem Feind schlägt.‘ Als sein Mitarbeiter schilderte der Generaloberst die Überfülle von Verantwortung, Arbeit und Sorgen, die auf dem Führer lasten. So wie er dennoch aber immer wieder Kraft und Siegeszuversicht ausstrahle, müsse ihm die deutsche Jugend durch ihre Haltung und Treue immer von neuem Kraft für sein Werk schenken.

An die Kriegsfreiwilligen gerichtet, sprach der Generaloberst über die Wahl der Waffengattungen und setzte voraus, dass der Dienst in allen gleich ehrenvoll sei. Den größten Bedarf an Freiwilligen aber habe die Infanterie, die die meisten Regimenter umfasse, sehr schwere Kampfaufträge habe und ganze Männer, vor allem Männer mit Führereigenschaften, benötige. Die neuzeitliche Infanterie besitze eine reiche Ausstattung moderner Waffen und Kampfmittel und biete auch dem technisch interessierten Jungen vielfache Anregungen.

Generaloberst Guderian schloss seinen Appell mit den Worten: ‚Haltet Kameradschaft untereinander und bewahrt euch den Schwung der Jugend und den Glauben an den Führer. Es geht in diesem Krieg um euer Deutschland, eure Zukunft und euer Glück. Ihr müsst darum kämpfen, wie fast jede deutsche Generation darum kämpfen musste. Nur aus dem tapfer geführten Kampf für Adolf Hitlers großes Werk erwächst der Sieg. Deutschland ist auferstanden, an euch ist es nun, das Werk zu vollenden. Den Ruf ‘Freiwillige vor’ wird die deutsche Jugend mit einem freudigen ‘Hier’ beantworten.‘“

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