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Ereignisse
1944
August

HJ-Einsätze zur „Bandenbekämpfung“

Einige Reichsverteidigungskommissare planen die Aufstellung von „HJ-Selbstschutzeinheiten“, die unter Führung der SS zur Bandenbekämpfung eingesetzt werden sollen. Hierüber berichtet Wilhelm Stuckart – Staatssekretär im Reichsinnenministerium und SS-Obergruppenführer – dem Reichsführer-SS Himmler am 9. August 1944 folgendes:

„Reichsführer!

Stabsführer Möckel bittet in folgender Angelegenheit um ihre Entscheidung: Reichsverteidigungskommissar Bürckel, Westmark, Reichsverteidigungskommissar Meyer, Westfalen-Nord, Reichsverteidigungskommissar Rainer, Kärnten und Reichsverteidigungskommissar Uiberreither, Steiermark, stehen im Begriff, Selbstschutzeinheiten aus Jugendlichen vom 16. Lebensjahr ab zur Bekämpfung von Terrorakten und zur Bandenbekämpfung aufzustellen. Ich bin mit Stabsführer Möckel der Meinung, dass diese Maßnahme im gesamten Reichsgebiet auf eine einheitliche Grundlage gestellt werden sollte. Es würde uns zweckmäßig erscheinen, derartige Selbstschutzeinheiten von Jugendlichen vom 16. Lebensjahr ab auf Grund freiwilliger Meldung und darauf erfolgender Notdienstverpflichtung zum Zwecke der Jugendausbildung aufzustellen. Diese Selbstschutzeinheiten müssen den Höheren SS- u. Pol.Fhr. unterstehen und taktisch von ihnen eingesetzt werden. Stabsführer Möckel schätzt, dass auf diese Weise etwa 40.000 Mann im Reichsgebiet aufgestellt werden könnten. Die Ausbildungsdauer würde etwa 3-4 Jahre betragen. Stabsführer Möckel glaubt damit ihrem Wunsche, 100.000 Mann Jugendliche vom 16. Lebensjahr ab als eiserne Reserve für alle Fälle in der Heimat zur Verfügung zu haben, auf diesem Wege in etwa entsprechen zu können, ohne dass die Maßnahme von anderer Seite (Speer, Sauckel) beanstandet werden kann. Ich halte es für zweckmäßig, dass diese Frage mit Reichsleiter Bormann besprochen wird.“

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