Privatunterricht statt LWH-Dienst
Der Kölner LWH-Koordinator, OStD Halfmann, kritisiert, dass einige Schüler sich dem beruflichen Einsatz und der Verwendung als Luftwaffenhelfer entziehen, indem sie die höhere Schule verlassen und Privatunterricht nehmen. Die Tätigkeit von Privatlehrern soll daher auf reinen Nachhilfeunterricht beschränkt werden:
„Daneben unterrichten sie Jungen, die keiner höheren Schule angehören. Eine Kontrolle dieses Privatunterrichts, und zwar in schärfster Form, erscheint dringend notwendig. (...) Zumeist handelt es sich um Jungen, die aus irgendwelchen Gründen die öffentl. höh. Schulen verlassen mussten, also auf dem Weg der Auslese wegen mehrfacher Nichtversetzung oder schlechter Leistung überhaupt abgemeldet oder entfernt wurden. (...) Ich würde es für richtig halten, diese von höh. Schulen abgegebenen und von Privatlehrern angenommenen Jungen wenn nötig zwangsweise in das Berufsleben einzugliedern. Sie sind den Schülern öffentl. Schulen gegenüber dadurch im Vorteil, dass sie nicht als Lwh. herangezogen (werden) und dadurch ein viel bequemeres Leben führen können. Den Lehrlingen, die aus Volksschulen hervorgegangen (sind), gegenüber sind sie ebenfalls insofern im Vorteil, als ihr Unterrichtsbesuch bei den Privatlehrern nur deren Kontrolle unterliegt, die naturgemäß sehr schwach ist. Es liegen meines Erachtens sogar Fälle vor, wo Schüler wegen schlechter Leistungen von höh. Schulen abgehen mussten und, um nicht in das Berufsleben eingespannt zu werden, nun zu Privatlehrern gehen und angeben, sich auf diesem Wege auf die Reifeprüfung vorbereiten zu wollen. „
Halfmann verlangt, alle Schüler, die Privatunterricht erhalten, zu ermitteln und die Gründe abzuklären, die zum Verlassen der Schule geführt haben. Bei unzureichender Leistung sollen die Schüler „dem Arbeitsamt für den Arbeitseinsatz“ gemeldet werden.