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Ereignisse
1944
Juli

Bericht zur Situation der LWH (Wüllenweberschule Bergneustadt)

Aus dem Juli 1944 liegt folgender Bericht zur Situation der LWH der Wüllenweberschule Bergneustadt vor:

„A. Fürsorge:

Befriedigend, Gesundheitszustand i.a. gut, keine ernstl. Erkrankungen außer einem Falle, wo der jüngste LWH (Hundt) infolge Überanstrengung bezw. nervöser Überbelastung 10 Tage dienstunfähig war. Verhältnisse seit Invasionsbeginn u. dadurch bedingter verminderter Beanspruchung gebessert, Schlaf ausreichend, Verpflegung gut, für pflichtmäßigen Sport i.a. keine Zeit, Gelegenheit ist gegeben, in städtischen Anstalten zu baden. Unterbringung ganz ordentlich, praktisch die Scheidung in Wohn- und Schlafteile, Urlaub planmäßig nach Vorschrift.

B. Erziehung und Unterricht:

Befriedigend. Unterricht zl. regelmäßig durchgeführt, gelegentlich Störungen durch Alarm, Teilnahme 60 - 70 v.H., Fehlen bedingt durch Urlaub und Abkommandierungen verschiedenster Art, täglich etwa eine Arbeitsstunde, ihre Einhaltung muss militärischerseits überwacht werden! Besondere Freizeitgestaltung kommt u.E. nicht in Frage und wäre eine Belastung; die geringe Freizeit wird ausgenutzt durch persönl. Lektüre, Briefwechsel, Sonnenbäder. Zur Erhaltung der geist. Spannkraft könnte Besuch von Vorträgen in Stadt und Universität planmäßig ausgebaut werden. Disziplinarfälle sind nicht vorgekommen.

C. Organisator. Arbeit d.Betr.-Lehrer:

Befriedigend. Unterrichtsbaracken mit Einrichtung angemessen, der naturwiss. Unt. wird, soweit die Geräte transportabel, als behelfsmäßiger Experimentalunterricht gegeben, ergänzt durch besondere nachmittägliche Experimentierstunden in d. Stammschule für Urlauber. Kein Unterrichtswagen. Klassenbuchvermerke über Teilnahme am Unterricht. Vom Militär geführte Anwesenheitslisten bei kleinen eigenen Klassen nicht unbedingt erforderlich, bei größeren und fremden Klassen wünschenswert. Zusammenarbeit der Fach- u. Betreuungslehrer: beide gehören der Stammschule an.

D. Zus.-arbeit m. Dienststellen u. Einh.d.LW.:

Weg: Eisenbahn, Elektrische, Fußweg über Reichsautobahn, zusammen 2 ½ Stunden in einer Richtung. Mittagessen in d. Batterie, falls Zeit zur Erreichung des Zuges f. die Rückfahrt reicht. Unterbringung nicht nötig, Fahrzeuggestellung kommt nicht in Betracht. Für die bald einzusetzende kühlere Jahreszeit müsste die Möglichkeit der Beschaffung von Wettermänteln und festen Schuhen verbessert werden. Ein seit 1.9.43 eingesetzter Lehrer für LWH unserer Schule, der dabei seinen Wettermantel verbraucht hat, hat auf einen im Januar 1944 ausgestellten Bezugsschein bis heute keinen Ersatz beschaffen können, während Büroangestellte kriegswichtiger Firmen zu Dutzenden in neuen Mänteln herumlaufen. Die Dringlichkeit der Bezugsscheine für LWH-Lehrer müsste den Fliegerscheinen gleichgestellt werden.

F. Besondere Vorkommnisse:

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G. Bemerkungen:

Vorstehende Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf unsere LWH in Köln-Mülheim (Höhenhaus), Fp.-Nr. L 30 573, LGPA Münster/W., 1. 7/84. Am 23.7.44 ist dieser Zug nach Bonn-Hangelar verlegt worden. Über den neuen Einsatzort kann noch nicht berichtet werden."

Am 30. Juli 1944 schreibt der Direktor der Wüllenweber-Schule zusätzlich an Oberstudiendirektor Halfmann:

„Ich reiche heute den Bericht über die Erfahrungen mit dem LWH-Unterricht im Bereich Köln ein. Wir haben z.Zt. nur noch 7 LWH der Klasse 8   1944/45 in Köln-Riehl, die ganz von der fremden Oberschule betreut werden, 10 LWH der Klasse 7 1944/45 sind am 23.7. von Köln-Mülheim (Höhenhaus) zum Flugplatz Hangelar bei Bonn, 8. Batterie, verlegt worden, der Unterricht beginnt jetzt erst wieder. Diese Gruppe wird, wie bisher, ganz von uns betreut. Außerdem haben wir noch 23 Jungen Klasse 6 1944/45 an der Aggertalsperre zu versorgen.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn es gelänge, die ersterwähnten 7 Mann aus Klasse 8 von Köln aus mit 3 Wochenstunden Latein zu versorgen. Ich nehme an, dass die unterrichtliche Betreuung, wie bisher, von der fremden Anstalt weiter ausgeübt werden kann. Die Jungen haben bisher am Normalunterricht dieser Schule teilgenommen, wobei sich allerdings im Lateinischen Schwierigkeiten ergeben mussten, da wir erst in Klasse 5 mit dieser Sprache beginnen. Sollte die weitere Betreuung durch die Kölner-Oberschule nicht möglich sein, bitte ich um Nachricht. Ich müsste dann den Schulunterricht hier erheblich beschneiden und wüsste auch dann noch nicht auszukommen, da ich von 9 Lehrern 5   n i c h t nach Köln schicken kann. - Hoffentlich kann es mit der 8 bleiben wie bisher.“

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