Schließung Kölner Schulen angekündigt
Am 26. Mai 1944 wird im „Westdeutsche Beobachter“ unter der Schlagzeile „Unsere Schulkinder in Sicherheit!“ die Schließung und Verlegung einer Reihe von Kölner Schulen wird angekündigt:
„In Aachen ist bereits damit begonnen worden, in Köln erfolgt die Umquartierung der Schulen in den nächsten Tagen. (...) Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die geschlossenen Schulen bis auf weiteres nicht mehr eröffnet werden und daß eine Ummeldung der Kinder an andere Schulen nicht erfolgen kann.“
Während die Kinder ihre Verschickung in „frischfröhlicher Atmosphäre“ erleben, stoßen die Maßnahmen bei den betroffenen Eltern laut NS-Presse zumindest auf Zustimmung und Erleichterung: „‚Wie gut‘, so hörte man hier und da aufatmend die Stimme einer Mutter, ‚sie werden sich nun ausschlafen können und man braucht nicht mehr die Sorge zu haben, wenn sie in der Schule oder auf dem Spielplatz sind‘.“
Geschlossen werden sollen zunächst die Schulen mit unzureichenden Luftschutzeinrichtungen.
Bei der Verschickung werden die Kinder in zwei Altersgruppen geteilt: „Die Jungen und Mädel vom sechsten bis zehnten Lebensjahr finden im Gaugebiet selbst, also in den Landkreisen, und zwar in Familienpflegestellen, Unterkunft. Die Zehn-bis Vierzehnjährigen weden in KLV-Lägern in Niederschlesien, Sachsen und Sudetenland untergebracht.“ Beiden Gruppen sollen ausreichende Besuchsmöglichkeiten geboten werden, „so dass niemand eine Entfremdung zu befürchten braucht.“
Besonderer Wert werde bei den Verschickungsmaßnahmen auf gute Verpflegung und regelmäßigen Unterricht gelegt. Dadurch könnten sogar die „Lücken aufgefüllt werden, die sich zwangsläufig durch nächtliche Störungen und Unterbrechungen am Tage ergeben mussten“.
Im Lager sorgen HJ und BDM als Träger der „Kameradschaft“ dafür, dass „Heimweh und Trübseligkeit einfach nicht aufkommen“.
„An alle Eltern in Köln und Aachen ergeht darum heute noch einmal der dringende Appell, sich des Ernstes der Stunde bewusst zu sein. (...) Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob das kindliche (...) Gemüt in einer gepflegten, geordneten Umgebung heranreift oder die grauenerweckenden Erlebnisse nächtlicher Bombardierungen (...) verarbeiten muss.“