Führerprobleme im Jungvolk in Münster
Im Stimmungsbericht einer NSDAP-Ortsgruppe in Münster heißt es für März 1938:
„Im Jungvolk wird bei der Auswahl der Führer anscheinend zu wenig oder überhaupt keinen(!) Wert auf die weltanschauliche Haltung der Jungen und Mädel wie auch auf deren(!) Eltern gelegt. So ist es heute schon so weit, dass die Jungen Führer in der HJ sind und gleichzeitig Messdiener in der Kirche. M.E. sind das Zustände, die nicht geduldet werden dürften. Man hat das Gefühl, als ob die Kirche hier längst wieder die Hand im Spiel hat.
In der Hermann-Löns-Schule sollen die Kruzifixe über dem Führerbild hängen. Teils haben die Schüler dies umgewechselt. Dabei ist es unter ihnen schon zu Meinungsverschiedenheiten gekommen. Auf alle Fälle dürfte die Anbringung des Führerbildes unter dem Kreuz etwas Unwürdiges sein. Selbst die Schüler haben den Eindruck, als ob hier eine bestimmte Absicht vorliege, nämlich über dem Führer schwebt Rom!“