Probleme bei Werbung für Waffen-SS
Die Reichsjugendführung setzt durch Schreiben von Reichsjugendführer Amann am 15. April 1944 die HJ-Gebietsführung Schwaben unter Druck, da sie ihr Kontigent an Freiwilligen für die Waffen-SS noch nicht erfüllt hat:
„Nach Mitteilung der SS-Hauptämter beträgt die Anzahl der Freiwilligen, die sich im Rahmen der Großwerbeaktion für die Waffen-SS gemeldet haben, mit Stand vom 6. April 1944 542 Hitler-Jungen. Von der Reichsjugendführung ist Dir aber ein Kontingent von 600 SS-tauglichen Freiwilligen aufgegeben. Da erfahrungsgemäß nur ein Bruchteil der sich freiwillig meldenden Hitler-Jungen SS-tauglich ist, besteht somit keinerlei Aussicht, dass von Deinem Gebiet die erforderliche Sollzahl an Freiwilligen auch nur annähernd erreicht wird.
Die von mir dem Reichsführer-SS zugesagte Gesamtzahl von SS-tauglichen Freiwilligen muss aber unter allen Umständen gestellt werden. Dass dies auch unter den derzeitigen schwierigen Verhältnissen möglich ist, beweist mir die Tatsache, dass in anderen Gebieten sich teilweise 2 bis 3 mal so viel Freiwillige gemeldet haben als von der Reichsjugendführung gefordert sind.
Du hast deshalb sofort alle Dir geeignet erscheinenden Maßnahmen zu ergreifen, dass das Dir gestellte Kontingent an SS-tauglichen Freiwilligen erfüllt wird. Falls der Jahrgang 1927 nicht mehr ausreicht, kann der Jahrgang 1928 in die Freiwilligenaktion einbezogen werden.
Um die Erfüllung des Kontingents auch für Dein Gebiet sicherzustellen, verlängere ich die Werbeaktion für Dein Gebiet bis zum 15. Mai. Ein Zwischenbericht über den Stand der Nachwerbung, der mit der SS-Ergänzungsstelle mit Stichtag 30. April abzustimmen ist, ist mir bis zum 1. Mai 1944 einzureichen.“