Bericht der Kölner OfJ Köln-Deutz zur Situation der LWH
Am 12. April 1944 legt die Oberschule für Jungen in Düren folgenden Bericht zur Situation der Luftwaffenhelfer vor:
„Der nachstehende Sammelbericht ist nach Rücksprache mit den übrigen Betreuungslehrern der Schule zusammengestellt.
Die Lw.Helfer waren bisher in der Mehrzahl in Düren eingesetzt, ein kleinerer Teil steht in dem Gebiet von Bergheim.
A: Seit dem der Fliegeralarm sich bei Tag und Nacht so gehäuft hat, sind die körperlichen und geistigen Kräfte der Luftwaffenhelfer überbeansprucht. Die für die Helfer angesetzte Nachtruhe muss meist um mehrere Stunden gekürzt werden. Die Folge davon ist, dass oft eine größere Anzahl von Jungens während des Unterrichts mit dem Schlafe kämpft und geistig nicht aufnahmefähig ist. Die einstündige Bettruhe nach Mittag, die dazu auch noch oft von Alarm unterbrochen wird, bietet keinen Ausgleich für die verlorene Nachtruhe. - Die Freizeit wird teilweise in Anspruch genommen durch Postenstehen, Essen holen usw. - Da der militärische Dienst (Unterricht, Exerzieren usw.) durchschnittlich mit täglich 2 ½ Stunden angesetzt ist, bleibt für den Sport kaum noch Zeit übrig. Die Verpflegung ist im ganzen zufriedenstellend. - Für die notwendige Körperpflege ist den Lw.Helfern Gelegenheit gegeben. - Die Unterbringung (in Baracken) darf als befriedigend angesehen werden, wenn auch einzelne Unterkünfte etwas beengt sind und hier und da noch Spinde fehlen. - Die Beurlaubung der Lw.Helfer erfolgt nach den vorhandenen Bestimmungen; d. Wäschewechsel regeln.
B: Die Lw.-Helfer in Düren werden in ihrer Stammschule, die im Bergheimer Gebiet in der Oberschule für Jungen in Bergheim unterrichtet. Der Unterricht wird nach den gegebenen Bestimmungen durchgeführt und findet für die einzelnen Klassen wöchentlich abwechselnd vorm. und nachmittags statt. - Soweit es durch Fliegeralarm nicht anders bedingt ist, werden die Unterrichtsstunden inngehalten. Störend für den gesamten Unterricht wirken jedoch die Abkommandierungen zu längeren (14-tägigen) militärischen Lehrgängen und die längere Beurlaubung (aus jeder Klasse sind dauernd 2 bis 3 Schüler beurlaubt). - Täglich ist eine Studienstunde angesetzt. Soweit die Freizeit nicht für oben erwähnte Verrichtungen in Anspruch genommen ist, wird sie von den Lw.Helfern noch teilweise zu Schülerarbeiten, zum Lesen oder zum Spiel benutzt. - Schwierigere Disziplinarfälle sind nicht vorgekommen.
C: Den Lw.-Helfern stehen die Räume und Lehrmittel der Schulen zur Verfügung. - Die Überwachung der Teilnahme am Unterricht erfolgt durch die unterrichtenden Lehrer. Event. Erkrankungen werden jeweils durch die Truppe schriftlich mitgeteilt. - Durch öftere Zusammenkunft und Besprechung der Fachlehrer untereinander und mit den Betreungslehrern ist die Zusammenarbeit gewährleistet.
D: Die Zusammenarbeit mit den Dienststellen und Einheiten der Luftwaffe vollzieht sich reibungslos.
E: Ein besonderer Anmarschweg für die Lehrkräfte entfällt, da der Unterricht in der Schule erteilt wird.
F und G: Fehlanzeige.“