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Ereignisse
1944
April

Bericht der Kölner OfJ Hansaring zur Situation der LWH

Am 12. April 1944 legt Betreuungslehrer Dr. Kreutz von der Kölner Oberschule für Jungen am Hansaring folgenden Bericht zur Situation der Luftwaffenhelfer vor:

„A.

1/2. Der Gesundheitszustand der Luftwaffenhelfer ist zur Zeit befriedigend. Der Batteriechef gibt sich alle Mühe, den Jungen ausreichenden Schlaf zu gewähren. Bei der augenblicklichen starken Beanspruchung der Jungen durch die häufigen Tag- und Nachtalarme ist das Schlafbedürfnis der Jungen entsprechend groß und nicht immer voll zu befriedigen.

3. Die Verpflegung ist im allgemeinen ausreichend, jedoch wäre es wünschenswert, wenn die Speisen für die Jungen weniger gewürzt verabfolgt werden könnten. Auch wäre zu wünschen, dass die äußere Form des gemeinschaftlichen Essens zumal bei den jüngeren Schülern etwas gepflegter sein könnte.

4. Da die Jungen in einer ehemaligen Brikettgrube untergebracht sind, so müsste auf die Körperpflege noch mehr Wert gelegt werden, zumal die Stellung nur unzureichend mit Wasser versorgt ist.

5. Es ist anzuerkennen, dass die Batteriechefs dauernd bestrebt sind, die Unterbringung zu verbessern; jedoch wäre es wünschenswert, wenn im Rahmen des Möglichen der Unterschied zwischen dem gepflegten Elternhaus und der jetzigen Lebensweise der Jungen, namentlich der Jüngeren, nicht allzu schroff würde.

6. Die Beurlaubung der Luftwaffenhelfer erfolgt nach einem Plan, der auf einer Vereinbarung zwischen Batterie und Schule beruht.

1. Von Seiten der Schule ist alles getan, um die Unterrichtsstunden nach Möglichkeit einzuhalten. Die häufigen Alarme der letzten Zeit stellten zwar eine planmäßige Durchführung des Unterrichts oft in Frage; die Fachlehrer waren aber bestrebt, die ausfallenden Stunden soweit möglich nachzuholen.

2. Die Arbeitsstunden wurden im Großen und Ganzen planmäßig durchgeführt.

3. Die Freizeitgestaltung, die früher, als die Klassen noch unmittelbar bei der Stadt lagen, von den Betreuungslehrern durchgeführt wurde, ist im Augenblich sehr erschwert, stellenweise fehlt den Jungen überhaupt die Freizeit.

4. Disziplinarfälle sind nicht vorgekommen; einige kleine Schwierigkeiten wurden durch Rücksprache zwischen Batteriechef und Betreuungslehrer erledigt.

1/2. Für Unterrichtsräume ist von Seiten der Batterie gesorgt; Lehrmaterial von der Schule ist zur Stellung geschafft worden, Unterrichtswagen sind beantragt.

3. Durch gewissenhafte Führung der Klassenbücher und besonderer Abwesenheitslisten sowie durch häufigeren Besuch des Anstaltsleiters gelang es das Fehlen der Schüler auf ein Mindestmaß herabzudrücken.

4. Die Zusammenarbeit der Lehrkräfte war gut.

Die Zusammenarbeit mit den militärischen Dienststellen und den Batteriechefs war bis jetzt durchaus erfreulich. Die Schule erkennt das Entgegenkommen der militärischen Dienststellen dankbar an.

Infolge der weiten Anmarschwege müssen die Lehrkräfte den ganzen Tag über in der Stellung bleiben. Sie werden von der Batterie verpflegt und sind mit der Verpflegung durchaus zufrieden.

Kleidungsstücke wurden nicht gestellt.

Für den schwerkriegsbeschädigten Lehrer konnte ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden.“

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