Auswärtiger Einsatz von LWH
Am 18. Januar 1944 unterrichtet Oberstudiendirektor Halfmann den Oberpräsidenten in Koblenz über die Situation jener Kölner Luftwaffenhelfer, die sich im „auswärtigen Einsatz“ befinden. er schreibt:
„Zu 1) Außerhalb meines Betreuungsbereiches sind eingesetzt:
a) Staatl. Schillerschule in Köln-Ehrenfeld 8. Klasse mit 15 Schülern in Bruck a.d.Mur (bisher in Köln, Blücherpark) - Klasse ist heute zurückgekehrt.
b) Städt.-Oberschule für Jungen i.d. Humboldtstr. (jetzt Bayenthal)
8. Klasse mit 18 Schülern bisher Rondorf b/Köln
7. Klasse mit 25 Schülern bisher Gremberg b/Köln
7. Klasse mit 18 Schülern bisher Gremberg b/ Köln
seit dem 14.11.43 verlegt nach Niederklein und Kirchhain, etwa 25 km von Marburg/Lahn entfernt. Die Klassen sind auf 3 Batteriestellungen verteilt.
c) Städt.-Oberschule für Jungen i.d. Humboldtstr. eine 6. Klasse mit 28 Schülern war etwa 6 Wochen (August-September) bei Leipzig eingesetzt und kehrte nach Ablösung durch LwH des dortigen Bezirkes zurück.
d) Von der Oberschule Hansaring sind eine 7. und die 8. Kl. an die Flakgruppe Brühl abgegeben und in Aldenrath bei Siegburg eingesetzt, desgl. die 8. Kl. des Staatl. Dreikönigsgymnasium.
Zu 2) Von der Verlegung wurden die Anstaltsleiter und ich fernmündlich, allerdings erst am Tage vor dem Abrücken, verständigt.
Zu 3) Die Schüler der Schiller-Schule sind seit ihrer Verlegung ohne Unterricht. Nach Mitteilung des Direktors der Anstalt befindet sich in Mur nur eine Mittelschule, sodass die unterrichtliche Versorgung durch eine fremde Schule auch nicht möglich ist.
Die bei Marburg befindlichen LwH der Oberschule Humboldtstr. werden in 3 Abteilungen unterrichtet. Der Unterricht ist verkürzt da nur 2 Lehrer mitgegeben werden konnten, die in Kirchhain untergebracht sind und von dort aus die Schüler in den Stellungen aufsuchen und unterrichten. Die Rückverlegung der Klassen habe ich beantragt, insbesondere die der 7. Klassen.
Über die Versorgung der Schüler in Aldenrath wird der Betreuungsdirektor der Flakgruppe Brühl berichten.
Die vorübergehend eingesetzten Schüler meiner 6. Klasse waren während ihres Einsatzes bei Leipzig ohne Unterricht.
Schwierigkeiten bei Verlegungen entstehen zunächst dadurch, dass die Benachrichtigung der Schulen zu kurz vor dem Abrücken erfolgt, als dass noch Vorkehrungen für die Weiterführung oder Sicherstellung des Unterrichts getroffen werden könnten. Vor Verlegungen werden die Jungen in der Regel beauftragt, alle unnötigen Sachen zu den Eltern zu bringen. Leider wird ihnen auch aufgetragen, die Schulbücher nach Hause zu schaffen. Gelingt es, wie bei den Einsatzstellen bei Marburg, den Unterricht wieder aufzunehmen, so mussten zunächst wieder einige Jungen nach Köln beurlaubt werden, um die zurückgelassenen Bücher zu holen.
Die Verlegungen sind durchaus nicht so erfolgt, dass etwa eine verlegte Batterie ihre LwH mitnahm. So war beispielsweise die frühere Batterie Rondorf mit Schülern aus 6. Klassen besetzt, (Großbatterie zugleich auch mit Schülern aus Kl. 8). Die Jungen der 6. Klasse blieben mit Rücksicht auf ihre Jugend in Köln zurück, dafür wurden aber 7. Klassen einer anderen Batterie entnommen und nach Marburg geschickt. Der Fall zeigt, dass bei Verlegung von Batterie die LwH. in der gleichen Weise versetzt werden wie Soldaten. Der Gesichtspunkt, dass Schüler zu den Batterien gehören und somit auch bei Versetzungen mitgehen müssten, ist also durchbrochen.“