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Ereignisse
1944
Mai

Nationalkomitee zum Kriegseinsatz der Jugend

Am 14. Mai 1944 äußert sich Unteroffizier Karl Pomp im „Freies Deutschland“, der Zeitung des Nationalkomitees ‚Freies Deutschland’, über den Kriegseinsatz der deutschen Jugend. er schreibt:

„Jahrgang 1926 im Feuer

Unsere 357 I.D. bestand zu 80% aus 17 jährigen Soldaten. Ich betone, bestand. Denn die Division wurde Mitte März 1944 im Raum von Tarnopol vollständig aufgerieben, ein großer Teil verwundet und tot, ein kleinerer Teil wurde gefangen.

Die Ausbildungszeit betrug durchschnittlich elf Wochen. Der Mangel an Ausbildern ermöglichte keine einwandfreie Ausbildung. Die Schützen 1 und 2 waren meist nicht in der Lage, das MG 42 richtig zu bedienen, geschweige denn Lauf- und Schlosswechsel vorzunehmen. Die restlichen Schützen der Gruppen hatten vom MG 42 überhaupt keine Ahnung. Erst ein paar Tage vor dem Verladen bekamen die Jungens Schießbecher und Schnellfeuergewehre ausgehändigt und waren demzufolge im Einsatz, der zwei Tage nach dem Ausladen erfolgte, nicht in der Lage, die empfangenen Waffen zu bedienen. So war es ebenfalls bei anderen Waffen, Granatwerfern, Pak etc. Die Jungens waren derartig überrascht, ohne den üblichen Abstellurlaub an die Ostfront geworfen zu werden, zumal das Gerücht umging, der Jahrgang 26 sei Führerreserve und komme nicht an die Ostfront, dass die Angst bei der ersten Feindberührung deutlich von den Gesichtern abzulesen war. Ein Selbstmord, zwei Selbstverstümmelungen waren allein in meiner Kompanie die Folge des unsinnigen Einsatzes.

So kam es, wie es kommen musste. Diese 17-jährigen Soldaten waren physisch und geistig nicht in der Lage, dem Ansturm der Roten Armee standzuhalten, und verbluteten auf dem Schlachtfelde als Opfer des Hitler-Imperialismus.

Ich sehe heute noch die traurigen Augen der Jungens, deren Gesichter noch unausgeprägt waren, ihrem nur allzu gewissen Schicksal entgegensehen!

17-jährige, die bei Beginn des Krieges noch die Schule besuchten, die kaum aus der Schule in die vormilitärische Ausbildung der Hitlerjugend gepresst, anschließend in den Arbeitsdienst gezwungen wurden, werden an die Front geworfen! Wer sagt und, ob Hitler nach Verschleiß der 17-jährigen nicht auch die 16-jährigen dem Tode ausliefert. Diesem Volksbetrüger ist jedes Mittel recht! Deshalb Eltern, Erzieher, verhindert diesen Kindermord, verweigert Hitler Eure Kinder!“

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